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26.08.2026
Grossbritannien: Nur noch halb so viel Gewinn
Was Restaurantgruppen gegen die Ertragsschwäche tun
Die 100 grössten Gastronomiegruppen Grossbritanniens verzeichneten 2025 einen Gewinnrückgang von 44% auf 204 Millionen Pfund. Im Vorjahr waren es noch 365 Millionen Pfund. Steigende Personalkosten und höhere Betriebsausgaben setzen die Margen unter Druck. Die Branche ist auf der Suche nach Gegenmassnahmen.
Laut Martin Jones, Partner beim Beratungsunternehmen UHY Hacker Young, widerspiegelt der Gewinnrückgang die kumulierten Auswirkungen des höheren Mindestlohns und die gestiegenen Arbeitgeberbeiträge zur «National Insurance», welche vor allem das staatliche Renten- und Gesundheitssystem finanziert.
Für viele Betreiber kamen höhere Gewerbesteuern und Immobilienabgaben («business rates») sowie die anhaltende Inflation bei Lebensmittel- und Energiekosten belastend hinzu.
Der Gewinnrückgang erfolgte trotz eines Anstiegs des gemeinsamen Umsatzes der 100 grössten Player in der Gastronomie des Königreichs. Dieser stieg im vergangenen Jahr von 12.9 Milliarden auf 13,3 Milliarden Pfund.
Martin Jones fasst die Situation zusammen: «Viele Restaurantunternehmen zeigen, dass sie Kunden gewinnen können. Doch diese Umsätze in Gewinne umzuwandeln, ist deutlich schwieriger geworden. Steigende Steuern auf Beschäftigung und höhere Betriebskosten haben den gesamten Nutzen des gestiegenen Umsatzes aufgezehrt – und noch mehr.»
Gleichzeitig kämpfen die Restaurants in Grossbritannien mit deutlich volatileren Lebensmittelpreisen. So sind beispielsweise die Preise für Olivenöl, Rindfleisch, Schokolade, Kaffee, Eier und Pasta allesamt deutlich stärker gestiegen als die allgemeine Inflation.
«Viele Betreiber stellen inzwischen fest, dass es nicht mehr ausreicht, einfach mehr Menschen durch die Tür zu bekommen. Sie müssen wesentlich härter daran arbeiten, ihre ohnehin schon knappen Margen zu schützen», so Jones.
Laut UHY verzeichnet die Gastronomie ein zunehmendes Interesse von Private-Equity-Investoren, was dazu beitragen könnte, weitere Expansionen und andere Investitionen zu finanzieren. Lion Capital, ein britischer Private-Equity-Investor hinter Wagamama, hat beispielsweise seine Investition in die Restaurantkette von Gordon Ramsay erhöht, um deren Expansion zu unterstützen.
Um die Margen zu schützen und die Umsätze zu erhöhen, setzen britische Restaurants auf einen breiten Strauss von Massnahmen:
Mehr Chicken. Pouletfleisch taucht öfters auf den Speisekarten auf, um vom Trend zu proteinreicher Ernährung zu profitieren, aber auch als Ersatz für Rindfleisch, dessen Preise in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen sind.
Alkoholfrei. Viele Restaurants setzen auf «Mocktails», da alkoholfreie Getränke höhere Margen bieten und insbesondere bei der jüngeren Generation gefragt sind.
QR-Codes. Speisekarten mit QR-Codes reduzieren die Druckkosten und lassen Angebotsänderungen schneller umsetzen.
Automatisierung. Für grundlegende Tätigkeiten bei der Zubereitung und beim Mischen von Lebensmitteln, wird stark automatisiert, um Personalkosten zu senken.
Bezahlstationen. Viele Restaurants setzen auf automatisierte Bezahlstationen, ebenfalls zur Reduzierung der Personalkosten.
Optionen gegen Aufpreis. Mehr individuelle Anpassungsmöglichkeiten bei Gerichten, so dass Kunden ihre Speisen gegen Aufpreis verändern können.
Small Plates. Der Trend geht zu kleineren Gerichten, mit denen deutlich höhere Gewinnmargen erzielt werden können.
Preis-Leistungsverhältnis. Untersuchungen der Boston Consulting Group haben «value for money» als wichtigste Kundenanforderung bei Fast-Food- und Fast-Casual-Restaurants identifiziert.
KI-gestützte Beschaffung. Beim Einkauf kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um günstigere Zutaten zu finden.
Erlebnisse. Gutes Essen allein genügt nicht. Manche Restaurantgruppen konzentrieren sich auf «Experience-led Dining». Ziel ist eine stärkere Markenbindung. Kunden sollen zum Wiederkommen bewegt werden. Zunehmend entstehen hybride Freizeitangebote, die Gastronomie mit Unterhaltung und Veranstaltungen verbinden.
Ein Beispiel für den Erlebnis-Trend ist «Loungers», eines der am schnellstwachsenden Gastronomieunternehmen Grossbritanniens. Die Marken «Lounge» und «Cosy Club» haben sich erfolgreich als Treffpunkte für die lokale Gemeinschaft positioniert, die die Funktionen von Café, Pub und Restaurant miteinander verbinden. Dies hat zu einem starken Umsatzwachstum beigetragen.
- Studie beleuchtet Zukunftserwartungen junger Menschen
- Geschäftsreisen mit Freizeitanteil gewinnen an Bedeutung
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Kumulierter Gewinn der 100 grössten Restaurantgruppen in Grossbritannien. UHY Hacker Young
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