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Wirteverband Basel-Stadt

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06.05.2026

Innenstadt im Wandel: Basel muss sich aufrappeln!

Wirteverband fordert mehr Sicherheit und Kongress-Investitionen

Am 5. Mai 2026 trafen sich 140 Vertreter und Freunde des Basler Gastgewerbes zum «GastroPodium» im Küchlin in der Steinenvorstadt. Hauptthema war die Entwicklung der Innenstadt. Der Wirteverband fordert die Politik auf, mehr für die Sicherheit und die Sauberkeit im öffentlichen Raum zu tun – und in die Kongressinfrastruktur zu investieren.

«Zwischen Kultur und Kommerz – Innenstadt im Wandel»: Der Titel des Anlasses nahm ein Spannungsfeld auf, in dem sich viele Stadtzentren bewegen.

Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt, zeigte sich in seiner Begrüssungsansprache besorgt, dass die Zentrumsfunktion von Basel schwindet. «Der Effekt wird durch die Grenznähe und den Einkaufstourismus verstärkt.»

Krawall-Demos schaden der Innenstadt

«Wir selbst in den Betrieben müssen unsere Hausaufgaben machen», mahnte Ebneter. Es wäre falsch, die Attraktivität der Innenstadt als reine Staatsaufgabe zu sehen. Strukturwandel gehöre zu einer Marktwirtschaft. «Aber was ist, wenn Betriebe wegen schlechten Rahmenbedingungen aufgeben?», fragte Ebneter.

Die Politik dürfe sich nicht mit schönen Begriffen wie «Nachhaltigkeit» von Kollateralschäden freisprechen. Doch wo soll sie ansetzen? Wichtige Punkte seien die Sicherheit und die Sauberkeit, zwei Tugenden, für die die Schweiz seit langem bekannt sei, die aber deutlich erodierten. «Das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum nimmt ab. Krawall-Demos zu den Hauptgeschäftszeiten sind auch nicht gerade hilfreich», so Ebneter.

Kongressdestination Basel muss den Anschluss halten

«Der Kanton unternimmt viel, um für Messen, Kongresse und Grossveranstaltungen attraktiv zu sein», lobte Ebneter. Die Regierung, der Grosse Rat und die Bevölkerung seien dem Gastgewerbe und dem Tourismus wohlgesonnen. «Ich hoffe, dass sich das auch zeigen wird, wenn es um Investitionen in die Kongressinfrastruktur geht, die notwendig sind, um international den Anschluss zu halten.» Der Verlust der Baselworld sei noch immer schmerzhaft. «Jetzt muss sich Basel aufrappeln – und noch mehr Gas geben!»

Ebneter zeigte sich erfreut, dass der Grosse Rat Unterstützungsleistungen für baustellengeplagte KMU gesprochen hat. Er forderte die Regierung auf, sich rasch an die Umsetzung zu machen.

Die Talkrunde unter der Leitung von Susanne Hueber sinnierte über die Frage, wie Basel das unbestrittene Zentrum der trinationalen Region bleiben kann. Die Diskussion lieferte Ansätze und Impulse.

Lukas Ott, der Leiter Kantons- und Stadtentwicklung beim Präsidialdepartement, Pro-Steinen-Präsident Jürg Wartmann und Carmela Petitjean, Vizepräsidentin des Wirteverbands waren sich einig, dass Restaurants, Cafés und Läden Basel unverwechselbar machen und der Stadt eine Identität geben. «Erfolg haben wir nur, wenn wir zusammenstehen», war auf dem Podium zu hören.

Stolperstein Bewilligungswesen

Jürg Wartmann forderte eine «Koordinationsstelle» für Aktivitäten, die der Innenstadt-Aufwertung dienen. Er wünscht sich «mehr gesunden Menschenverstand» beim Bewilligungswesen. So drohe eine geplante und finanzierte Begrünungsaktion der Steinen für diesen Sommer zu scheitern, mit Pflanzentöpfen der Stadtgärtnerei notabene. Das zuständige Amt verlange noch eine Visualisierung jedes einzelnen Topfs, wie auch die schriftliche Einwilligung jedes Hausbesitzers, obwohl die Pflanzen auf nicht beanspruchten Allmendflächen gestellt würden. «Solche Hürden sind entmutigend.»

Wartmann stellte zudem ein «Perimeterdenken» fest: «Die Innenstadt hört doch nicht beim Barfi auf!» Auch Lukas Ott wünscht sich mehr Durchgängigkeit und eine besser durchmischte Innenstadt. Er forderte dazu auf, die Kräfte zu bündeln. Es brauche gemeinsame Anstrengungen, die verschiedenen Räume besser sichtbar zu machen und zu verbinden. Ott wies auf die Funktionsvielfalt der Innenstadt hin und dass es nicht immer einfach sei, allen Ansprüchen zu genügen. «Wir müssen Interessen und Ziele ausbalancieren.»

Carmela Petitjean, Vizepräsidentin des Wirteverbands, rief dazu auf, gezielt an den Schwächen zu arbeiten und die bestehenden Stärken zu fördern: «Eine attraktive Innenstadt lebt von Vielfalt im Angebot, einem sicheren Umfeld und einem einladenden öffentlichen Raum.»

Die Veranstaltung wurde bereichert durch Live-Cartoons von Jonas Raeber und eine Grussbotschaft von Regierungsrätin Dr. Tanja Soland. Dem Anlass wohnten auch GastroSuisse-Vorstandsmitglied Bruno Lustenberger, GastroSuisse-Ehrenpräsident Casimir Platzer sowie zahlreiche Chefbeamte, Politiker und Vertreter befreundeter Organisationen bei.

Beim anschliessenden Apéro wurde ein Querschnitt durch Food-Angebote in der «Steinen» geboten. Zu später Stunde trafen sich Filmbegeisterte noch im Kinosaal, um gemeinsam den Streifen «Kiss the Cook» anzuschauen.

145. ordentliche Generalversammlung des Wirteverbands

Im Vorfeld führte der Wirteverband Basel-Stadt seine Generalversammlung durch. Kassier Ruedi Spillmann vom Restaurant Weiherhof wurde für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren bestätigt. Dem Vorstand gehören ausserdem weiterhin Maurus Ebneter, Vizepräsidentin Carmela Petitjean (Da Graziella), Anna Götenstedt (Harmonie), Alexandre Kaden (Groupe Oniro), Vedat Kirmizitas (Bundesbähnli, Esquina) und Alain Schaub (McDonald’s) an. Geschäftsführer ist Dr. Jascha Schneider-Marfels.

Auf dem Bild unten ist der Vorstand des Wirteverbands mit den Protagonisten des Abends zu sehen: Stadtentwickler Lukas Ott, Wirtepräsident Maurus Ebneter, Moderatorin Susanne Hueber, Dr. Jascha Schneider-Marfels (Geschäftsführer Wirteverband), Vedat Kirmizitas, Anna Götenstedt, Carmela Petitjean, Alain Schaub, Regierungsrätin Dr. Tanja Soland, Jürg Wartmann (Präsident Pro Steinen), Ruedi Spillmann. Auf dem Bild fehlt Alexandre Kaden.

Der Vorstand mit den Protagonisten des Abends. Wirteverband Basel-Stadt / Fotograf: Markus Raub


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